Dies Oratorium ist eine Auftragskomposition des Arbeitskreises Ostbremer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker -
bei diesem Projekt wirkten 230 ChorsängerInnen aus neun verschiedenen Kantoreien mit.
Diese CD ist ein Mitschnitt der Uraufführung am 6.Juli 1997 in der St. Johannis-Kirche Arbergen
und der 2. Aufführung am 21. September 1997 in der Christuskirche Bremen-Vahr

Bestellung

Ernst CD

Anmerkungen zur Komposition

Einen nach vielen anregenden Diskussionen entstandenen Text angemessen in Musik umzusetzen, war die eine Seite der Aufgabe, die andere, stilistische Elemente der zeitgenössischen Musik für Laien nachvollziehbar und aufführbar in eine Komposition zu integrieren. Was aber ist denn zumutbar, und wo liegt die Grenze, unter welcher für mich nicht mehr genügend Freiraum für persönliche Gestaltung bleiben würde? Ich entschloss mich, freitonale Harmonik durch möglichst melodische Stimmführung in allen Lagen (also polyphon) anzustreben, dabei aber schwierige Intervallsprünge zu vermeiden. Diese, sowie größere Klangschärfungen, sollten den SolistInnen und InstrumentalistInnen vorbehalten bleiben. Einige Texte werden nach rhythmischen Vorgaben gesprochen. Auch das eigene Improvisieren mit wenigen Tönen oder auch nur mit Wörtern, Glissando-Effekte und zu Akkordmassen anwachsende Cluster dürften neue Erfahrungen für die ChorsängerInnen sein. Die im Zusammenwirken von neun Chören sich ergebenden Variationsmöglichkeiten: großer Chor, Einzelchöre im Raum verteilt, Frauen- und Männerstimmen gemischt oder einzeln, waren ein großer Anreiz. Der Text mit seinem religiös-philosophischen Hintergrund und der bildhaften Lyrik bietet zudem viele Facetten der Gestaltung. Aus der Spannung des fiktiven Dialogs Gott/Mensch entwickelt sich dabei ein dramatischer Bogen, an welchem musikalisch vor allem auch die SolistInnen, die Orgel und das Bläserquintett gewichtigen Anteil haben. Beim genauen Hinhören werden neben wechselnden Stimmungsbildern auch viele Verknüpfungen auffallen. Vor allem hoffe ich aber, daß auch Ungewohntes sich als lebendige und verstehbare Sprache erweist, wenn ihm etwas Geduld und innere Offenheit entgegengebracht wird.
Siegrid Ernst